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Lichtspuren am Himmel

Lichtspuren am Himmel
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Vom Einfluss des Wetters auf den Menschen

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Sonnen- und Mondfinsternisse: Kosmische Schattenspiele

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Die Sprache der Wolken

 Der Autor

Dr. Andreas Walker


Durch Mehrfachbelichtungen hinterlassen Sonne und Mond je nach Jahreszeit und Breitengrad für den Beobachter ganz bestimmte Spuren am Himmel. Damit werden Muster sichtbar, wie sie normalerweise kein menschliches Auge sehen kann, da wir immer nur eine Momentaufnahme und daher jeweils nur einen kleinen Ausschnitt des Ganzen sehen. Von Dr. Andreas Walker.

Unsere Sonne ermöglicht mit ihrer Wärme das Leben auf der Erde und treibt die gesamten Wettervorgänge an. Da die Erde eine Kugel ist, wird ihre Oberfläche nicht überall mit gleich viel Sonnenenergie versorgt. So ist die Sonneneinstrahlung in der Äquatorregion am stärksten, weil dort die Sonne am Mittag im Extremfall senkrecht über der Erde steht. Im Gegensatz dazu ist sie an den beiden Polen am schwächsten, weil dort die Sonne – wenn überhaupt – nur knapp über dem Horizont steht.
Wäre die Erdachse ganz genau senkrecht, stünde die Sonne am Mittag über dem Äquator genau im Zenit – also senkrecht, während sie am Nord- und Südpol immerfort zur einen Hälfte über, zur andern Hälfte unter dem Horizont stehen würde. Den geografischen Breitengraden entsprechend würden die Temperaturen vom Äquator polwärts abnehmen, wären jedoch an einem bestimmten Ort über das ganze Jahr ziemlich konstant.

Die Neigung der Erdachse verursacht die Jahreszeiten
Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Die Erdachse besitzt eine Neigung von 23,5°, somit verändert sich täglich an jedem Ort der Erde bei einem Sonnenumlauf über das Jahr der Sonnenstand. Dieser Mechanismus verursacht die Jahreszeiten, welche auf verschiedenen Bereichen der Erdkugel ganz unterschiedliche Wirkungen haben.
So sind zum Beispiel in den Tropen keine Jahreszeiten spürbar. Der höchste Sonnenstand am Mittag in der Äquatorregion variiert zwischen 66,5° und 90°. Im „Winter“ steht die Sonne am Äquator so hoch, wie bei uns im Sommer. Im sehr warmen und feuchten Tropenklima gedeihen die tropischen Regenwälder und unzählige immergrüne tropische Pflanzen.
In den gemäßigten Breiten äußern sich die Jahreszeiten in dem uns bekannten natürlichen Rhythmus von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Jahreszeiten und Sonnenhöhe
Die folgenden Betrachtungen der gemäßigten Breiten gelten für den geografischen Breitengrad von 47,5° Nord (Zürich) und 52,5° Nord (Berlin). Die Strahlung der Sonne verändert sich nach Breitengrad und Jahreszeit. Dies führt dazu, dass die Tageslänge bei uns während eines Jahres zwischen 8 und 16 Stunden schwankt.

Frühling Der astronomische Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel am 21. März. An diesem Tag ist die so genannte Tag- und Nachtgleiche, das heißt Tag und Nacht sind auf der ganzen Welt gleich lang, nämlich je 12 Stunden. Am Äquator steht die Sonne an diesem Tag am Mittag genau senkrecht am Himmel, in Zürich erreicht sie eine Höhe von 43°, in Berlin 38°. Der Erdschatten verläuft im Frühling der Nordhalbkugel exakt über den Nord- und Südpol. Am 21. März geht am Nordpol die Sonne auf, um für ein halbes Jahr zu scheinen. Am Südpol geht an diesem Tag die Sonne unter, um eine halbjährige Polarnacht einzuleiten. Auf der Südhalbkugel beginnt der Herbst.

Sommer Der astronomische Sommer beginnt auf der Nordhalbkugel am 21. Juni. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der längste und für alle Orte der Südhalbkugel der kürzeste Tag. Am nördlichen Wendekreis steht die Sonne an diesem Tag am Mittag senkrecht am Himmel, am Äquator erreicht sie den niedrigsten Stand von 66,5°. Damit steht sie etwa gleich hoch am Himmel wie in Zürich (Berlin 61°). Während in Zürich der Tag etwa 16 (in Berlin knapp 17) Stunden dauert, wird die Tageslänge Richtung Norden immer länger, und im Gebiet des nördlichen Polarkreises bis zum Nordpol geht die Sonne gar nicht mehr unter (Mitternachtssonne), während sie im Gebiet des südlichen Polarkreises bis zum Südpol gar nicht mehr auf geht. Am Südpol herrscht Polarnacht und am Nordpol steht die Sonne (maximal) 23,5° über dem Horizont.
Herbst Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel am 23. September. Die Bedingungen sind an diesem Tag gleich wie im Frühling, nur sind alle Vorzeichen umgekehrt. Auf der Nordhalbkugel geht es winterwärts, und auf der Südhalbkugel sommerwärts. Analog geht am Nordpol an diesem Tag die Sonne unter, um die Polarnacht einzuleiten, am Südpol hingegen geht sie nach 6 Monaten Dunkelheit wieder auf.

Winter Der astronomische Winter beginnt auf der Nordhalbkugel am 22. Dezember. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der kürzeste und für alle Orte der Südhalbkugel der längste Tag. Am südlichen Wendekreis steht die Sonne an diesem Tag am Mittag senkrecht am Himmel, am Äquator erreicht sie zum zweiten Mal im Jahr den niedrigsten Stand von 66,5°. In Zürich erreicht die Sonne am Mittag eine maximale Höhe von 19° (Berlin 14°). Während in Zürich der Tag etwa 8,5 Stunden dauert (Berlin 7,5 Stunden), wird die Tageslänge Richtung Norden immer kürzer und im Gebiet des nördlichen Polarkreises bis zum Nordpol geht die Sonne gar nicht mehr auf (Polarnacht), während sie im Gebiet des südlichen Polarkreises bis zum Südpol gar nicht mehr unter geht (Mitternachtssonne). Am Südpol steht die Sonne (maximal) 23,5° über dem Horizont und am Nordpol herrscht Polarnacht.


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