Das natürliche Mineralwasser, das wir heute kaufen können, war mitunter zu den Zeiten der alten Ägypter das letzte Mal an der Erdoberfläche. Vor Jahrtausenden noch Bestandteil des Wasserkreislaufs, rann es eines Tages durch eine Rinne in den Boden und wurde zu dem, was es heute ist: ein wertvolles Lebensmittel.
Der Wasserkreislauf
Wasser kann nicht verloren gehen. Ob es in Flüssen, Meeren, auf der Pflanze oder Menschenhaut liegt. Es besteht in einem fortwährenden Kreislauf immer weiter. Nachdem das Wasser durch die wärmenden Strahlen der Sonne verdunstet, steigen die gasförmigen Partikel als feuchtwarme Luftmassen nach oben und kühlen sich wieder ab. Der Wasserdampf kondensiert und fällt als Niederschlag wieder auf die Erde zurück. Dieser sammelt sich entweder in Oberflächengewässern, die dem Meer zufließen oder versickert im Boden und wird zu Grundwasser. Dieses unterirdische Wasser füllt den Hohlraum der Erde zusammenhängend aus. Der Gesteinskörper, in dem sich das Grundwasser aufhält und fließt, wird als Grundwasserleiter bezeichnet. Er wird nach unten durch einen weiteren Gesteinskörper begrenzt, der wasserundurchlässig ist (Grundwassernichtleiter). Im Vergleich zu Oberflächengewässern fließt Grundwasser zumeist viel langsamer.
Wie Grundwasser zu Mineralwasser wird
Als Mineralquelle bezeichnet man eine Quelle, die Mineralwasser schüttet. Dabei ist vor allem das Tiefenwasser ausschlaggebend, also Niederschlagswasser, das in den tieferen Untergrund versickert. Bis der Niederschlag das Tiefenwasser erreicht, können Jahrzehnte bis Jahrtausende vergehen. Während des Versickerns in den Boden wird das Niederschlagswasser durch die unterschiedlichen geologischen Gesteinsschichten gereinigt, gefiltert und mit Mineralien angereichert. Die wasserführenden Schichten liegen in 100 bis 200 Meter Tiefe, in Einzelfällen auch in bis zu 1000 Meter Tiefe. Der Vorgang der Versickerung dauert so lange an, bis das Wasser auf eine wasserundurchlässige Schicht – z. B. eine Tonschicht – stößt, einen so genannten Grundwasserstauer. Da Wasser stauende Schichten nicht absolut dicht oder in ihrer Ausdehnung begrenzt sind, finden sich in der Erdkruste oft mehrere Grundwasserschichten übereinander. Das Wasser kann in der Erdkruste der Schwerkraft entgegen nach oben steigen, wenn es sich erwärmt oder durch den Kohlensäuredruck nach oben gepresst wird. Durch Kluftsysteme, vornehmlich an Verwerfungsstellen der Erdkruste, kann das Wasser bis zur Oberfläche gelangen und austreten. Diese Quellen werden „Arteser“ genannt. Die Regel sind jedoch erbohrte Quellen. Das Tiefenwasser wird angezapft und heraufgepumpt.
Entstehung eines Sauerbrunnens
Kohlensäure hat vor allem im letzten Jahrhundert den Geschmacksnerv der Verbraucher getroffen. Daher versetzen immer mehr Brunnenbetriebe ihr Mineral- und Heilwasser mit künstlicher Kohlensäure. Dabei bieten, und das ist heute fast in Vergessenheit geraten, einige Quellen auch natürliches Kohlendioxid an vor allem in vulkanischen Gebieten wie in der Eifel. Vor 11.000 Jahren noch sammelte sich Magma in einer mehrere zehn Kilometer tief liegenden Kammer, aus der in unregelmäßigen Abständen Magma nach oben drang und Vulkanausbrüche verursachte. Auch im Ober- und Mittelrheintal, im hessischen Vogelsberg und im Alpenvorland gibt es solche geologischen Verhältnisse.
Sobald das Magma auskühlt und erstarrt ist, setzt es unter anderem Kohlendioxid frei. Dieses steigt nach oben und kann über Gesteinsrisse und Verwerfungen ins Tiefenwasser gelangen. Die Kohlensäure besitzt viele unterschiedliche Funktionen. Eine der wichtigsten Funktionen ist, dass das Kohlendioxid das Lösungsvermögen des Mineralwassers für Mineralstoffe erhöht. Wenn der Kohlendioxidgehalt des Quellwassers mindestens 1 Gramm Kohlendioxid pro Liter Wasser enthält, nennt man das Wasser Säuerling und die Quelle „Sauerbrunnen“.
Mehr dazu finden Sie unter:
http://www.mineralwasser.com/entstehung.html

