Die Belastung der Meere mit Abfällen ist eines der größten Probleme des marinen Umweltschutzes. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kämpft mit dem Projekt „Fishing-for-Litter“ gegen den Meermüll und hat nun einen neuen Partner an seiner Seite.
Seit Anfang 2012 sorgt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) an der Ostsee für Aufklärung: vier Projektpartner, allesamt Fischereiverbände oder – unternehmen, haben sich bisher dazu bereit erklärt, den mitgefischten Abfall in Industriesäcken zu sammeln und an Land auf ihre Zusammensetzung untersuchen zu lassen. Das Ergebnis: 56 Prozent des Mülls besteht aus Metall, 17 Prozent aus Kunststoff und 8,5 Prozent aus Textilien und Schuhen. Verlässliche Informationen zur Belastung der Ostsee durch Abfälle sind bisher rar. Dieses NABU Projekt „Fishing-for-Litter“ kann mit dieser Information einen Beitrag dazu leisten, die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie umzusetzen.
Neuer Partner weitet Forschungs-Gebiet aus
Seit dem 3. August 2012 sammeln auch die Fischer des niedersächsischen Norddeichs Abfälle aus dem Meer, um sie anschließend umweltgerecht zu entsorgen. Nach den Ostseehäfen Heiligenhafen, Burgstaaken auf der Insel Fehmarn und Sassnitz auf der Insel Rügen beteiligt sich mit Norddeich erstmals ein deutscher Nordseehafen am NABU-Projekt. NABU-Präsident Olaf Tschimpke erklärt: „Wir freuen uns, dass mit Norddeich die ersten Nordsee-Fischer mit an Bord sind. Mit dem Sprung an die Nordsee sind wir, dank unserer Projektpartner, dem Ziel einer flächendeckenden Abfallentsorgung in deutschen Fischereihäfen einen großen Schritt näher gekommen.“
Meeresschutz wächst weiter
Noch reicht die Stichprobe nicht,
um abschließende Aussagen zum Müll am Grund der Ostsee oder Nordsee treffen zu können.
Daher verständigten sich die Projektpartner inzwischen darauf, die Abfälle auch
zukünftig auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen. Darüber hinaus soll eine
Studie Auskunft darüber geben, ob die Kunststoffabfälle noch wiederverwertbar
sind, oder aufgrund des Qualitätsverlustes lediglich noch energetische
verwertet werden können. Die Allianz gegen die Müllkippe Meer wird durch
das Engagement des NABU-Projekts immer größer. „Künftig wollen wir noch weitere Fischer, Kommunen und Unternehmen für
das Projekt gewinnen. Nur so können wir einen wirklichen Beitrag für eine
saubere Zukunft unserer Meere leisten“, so NABU-Meeresschutzexperte Kim
Detloff.
Müll verschluckt Millionenbeträge
Das Abfallaufkommen in den Meeren hat gravierende ökologische Folgen für Seevögel, Delfine oder Robben. Sie verfangen sich im Plastik und ersticken qualvoll, oder verhungern, wenn sie Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln. Auch Fischer finden immer wieder Müll in den Netzen, der ihre Fanggeräte beschädigt und Fänge verunreinigt. Nicht zuletzt sind die Kommunen gezwungen, jährlich Millionen-Beträge für die Reinigung von Stränden und Küsten ausgeben.
Broschüren zum Projekt
Hintergrundpapier zum Download

